Unser Bild vom Kind

Unser Bild vom Kind ist geprägt von der Vorstellung, dass das Kind eine autonome Persönlichkeit ist, die sich aktiv und positiv dem Leben zuwendet. „Kinder lernen nur das, was sie wollen, nicht das, was sie sollen.“

Das Kind entdeckt, erforscht und gestaltet seine Welt und die zu ihr gehörenden Dinge sowie die in ihr wirkenden natürlichen und sozialen Erscheinungen und Zusammenhänge durch eigenwillige Tätigkeit mit allen Sinnen, und zwar vom ersten Atemzug an. Ein aktives Kind bildet sich immer, es kann gar nicht anders. Anders formuliert: Ein Kind kann nicht gebildet werden, es macht sich selbst sein Bild von seiner Welt und es tut dies aus eigenem Antrieb. Kinder wollen lernen und sie wollen in dieser Welt etwas Bedeutsames leisten.

Wertschätzung und respektvoller Umgang

Ein zuverlässiger Rahmen und eine freie, liebevolle Atmosphäre, die den Kindern Geborgenheit und emotionale Sicherheit bietet, sind die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Kindergarten. 

Der Eingewöhnung der neuen Kinder messen wir daher eine sehr große Bedeutung bei. Sie wird in enger Absprache mit den Eltern ganz nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes gestaltet, so dass es Vertrauen fassen und die neue Umgebung in Ruhe kennenlernen kann. Das Nest, das Reich der Kleinen, bietet Platz zum Ankommen und Wohlfühlen.

In unserem Kindergarten wird jedes einzelne Kind als Individuum mit seinen jeweiligen Besonderheiten wahrgenommen und geachtet. Unser Anspruch ist es, auf die Kinder möglichst wenig direktiv einzuwirken, damit sie sich in ihren emotionalen, sozialen, kognitiven und kreativen Fähigkeiten frei entfalten und sich zu offenen, selbstbewussten und selbstständigen Menschen entwickeln können. Eine wichtige Voraussetzung für die Entfaltung der Persönlichkeit der Kinder ist es, eine Vertrauensbasis zwischen ErzieherInnen, Eltern und Kindern zu schaffen. Vertrauen schaffen heißt für uns konkret, jedem Kind gebührend Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, ihm angemessene Zuwendung entgegenzubringen und einen regen Austausch zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften zu ermöglichen. 

Freies Spiel

„Das Spiel ist die Brücke zur Wirklichkeit.“
(Bruno Bettelheim)

Dem freien Spiel wird bei den Rotznasen eine besondere Bedeutung beigemessen, denn im Spiel setzt sich das Kind mit der Welt auseinander. Das Spiel ist also keine Alternative zum Lernen, sondern es ist quasi die Voraussetzung für das Lernen schlechthin, denn ein Kind, das spielt, lernt! Dabei ist das Spiel in besonders ausgeprägter Weise ein selbstbestimmtes Lernen mit allen Sinnen, mit starker emotionaler Beteiligung, mit geistigem und körperlichem Krafteinsatz. Es ist ein ganzheitliches Lernen, weil es die ganze Persönlichkeit des Kindes fordert und fördert. Im Spiel lernen die Kinder freiwillig und mit Spaß, über Versuch und Irrtum, aber ohne Versagensängste. Im Spiel stellen sie sich ihre Fragen selbst und erfinden dazu die Antworten. Dies entspricht zugleich dem Prinzip der Förderung von Bildung und Weltverständnis. Das Spiel bietet den Kindern die Möglichkeit, sich mit anderen Personen auseinanderzusetzen, ihnen näher zu kommen, ihre Eigenheiten, Stärken und Schwächen zu entdecken und respektieren zu lernen – und damit auch zugleich sich selbst vertrauter zu werden. Die Kinder gewinnen im Spiel also Selbstvertrauen.

Wir sehen unsere Aufgabe im Wesentlichen darin, ideale Rahmenbedingungen für das selbstbestimmte Spiel zu schaffen. Das heißt konkret: 

  • Wir ermutigen und unterstützen die Kinder, selbst zu entscheiden, was, wann, wie lange und mit wem sie spielen möchten. 
  • Wir ermuntern die Kinder eigene Spielideen zu entwickeln und stehen als Ansprechpartner und Ratgeber zur Verfügung. 
  • Wir gestalten gemeinsam mit den Kindern eine anregende Umgebung, die Anreize und Freiräume zu vielfältigem Spiel bietet. 
  • Wir stellen unterschiedliche, den Kindern frei zugängliche Materialien zum Forschen und Experimentieren bereit. 
  • Wir stellen vielseitig verwendbares Spielzeug, Gegenstände des täglichen Lebens sowie verschiedene Medien und Naturmaterialien zur Verfügung. 
  • Wir geben Impulse, um Spiele variantenreich und interessant zu gestalten, ohne den Kindern dabei die Spielidee vorzugeben oder manipulierend auf sie einzuwirken. 
  • Wir ermöglichen den Kindern elementare Erfahrungen mit Feuer, Wasser, Erde und Luft. 
  • Wir beobachten, ob Kinder sich zurückziehen oder ausgeschlossen werden, und suchen nach den Gründen für ein solches Verhalten. 
  • Wir unterstützen die Kinder darin, Gesehenes, Erlebtes, Erfahrenes – dazu gehören auch Eindrücke, die die Kinder durch die Medien wie z.B. Fernsehen, Video, Internet gewonnen haben – im Spiel auszuleben und gemäß ihrem Entwicklungsstand zu verarbeiten. Wir setzen keine Tabus, verabreden mit den Kindern aber klare Grenzen und Regeln. 
  • Wir unterstützen die Kinder – falls erforderlich – beim Aushandeln und Vereinbaren von Regeln und helfen ihnen, sich bei Konflikten und Streitigkeiten auf diese Regeln zu stützen. 
  • Wir haben selbst Spaß am Spiel und verfügen über ein breites Repertoire.